
Berlin / Hamburg. Pünktlich zum „Vision Summit“ in Berlin ist jetzt die Nullnummer eines neuen Wirtschaftsmagazins erschienen: „Enorm – Wirtschaft für den Menschen“. „Enorm“ versteht sich als ein „neues, unabhängiges Wirtschaftsmagazin“, das sich an wirtschaftlich und sozial interessierte Menschen wendet. An Menschen, „die an eine Veränderung von Gesellschaft durch die Kraft des Social Business in all seinen Facetten glauben und mit daran arbeiten möchten“.
Als Journalistin, die zum Thema „Social Business“ promoviert, denke ich: Klasse, eine tolle Initiative! Dazu noch selbst als „Social Business“ organisiert. Alle Achtung! Als Unternehmensberaterin gehen mir dagegen viele Fragen durch den Kopf: Wer mögen die potenziellen Kunden sein? Dem aktuellen Hype um Muhammad Yunus zum Trotz sind Themen wie „Social Business“, Stiftungen und „Corporate Social Responsibility“ (CSR) keine Mainstream-Themen. Was genau wird das Wertversprechen dem Leser gegenüber sein? Warum sollte jemand das Magazin kaufen? Was sollte der Leser bei „Enorm“ finden, was er in einem anderen (alternativen) Wirtschaftsmagazin wie „Brand Eins“ oder Charity-Magazinen wie „HelptheWorld-Now“ nicht findet?
Ein neues Magazin am Markt zu etablieren, ist „enorm“ schwierig. Leider sind schon viele journalistisch ausgezeichnete Magazine am Markt gescheitert. Zuletzt beispielsweise das Wissens-Magzin „SZ Wissen“. Ein Magzin mit dem Anspruch, Wissenschaftsthemen verständlich aufzubereiten. Im Mai 2009 wurde das Magazin eingestellt – begründet mit der fehlenden Aussicht auf nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Erst zu wenig Leser (trotz spannender Themen), dann Anzeigenrückgang. Das Problem: Ein tolles Produkt reicht nicht; entscheidend ist die Nachfrage. Vielleicht wäre (nicht zuletzt vor diesem Hintergrund) auch für „Enorm“ eine Online-Variante wirtschaftlicher. Umweltschonender allemal. Andererseits gilt auch hier: Versuch macht klug. Den Machern wünsche ich einen langen Atem (den man für jedes Social Business braucht) und eine Extraportion Glück!
Fotos: www.enorm-magzin.de
Auch in Deutschland findet Muhammad Yunus kreative Nachahmer: Inspiriert durch das Engagement des Friedensnobelpreisträgers hat der deutsche Unternehmer
Inwieweit nutzen Großkonzerne "Social Business" nur, um neue Märkte zu erschließen? Was sind die größten Hürden bei der Umsetzung der "Social Business"-Idee? Und wie wirkt sich die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Akzeptanz seines Ansatzes aus? Das waren Fragen, die ich jetzt im ersten Gespräch mit Prof. Muhammad Yunus in Dhaka diskutieren konnte. Weitere Berichte über meinen ersten Feldforschungs-Aufenthalt zum Thema "Social Business" in Bangladesch sind noch bis Ende März wöchenlich auf
Über jüngste Social Business-Praxisbeispiele und das wachsende Interesse deutscher Unternehmer an dieser alternativen Form der Entwicklungszusammenarbeit berichtet die SZ in ihrem Artikel