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Dhaka. Nach 15 Jahren ist nun das erste Mal ein deutscher Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam mit dem EU-Kommissar für Entwicklungsfragen nach Bangladesch gereist. Das Thema „Social Business“ stand offenbar ganz oben auf der Agenda. Ob aber die politische Kampagne gegen Muhammad Yunus bei diesem Staatstreffen ebenfalls thematisiert wurde, bleibt fraglich. Mehr dazu hier. 

Quelle: The Daily Star, June 22, 2011

 

 

Berlin. Mit ihrem Sammelband „Social Entrepreneurship – Social Business: Für die Gesellschaft unternehmen“ haben die beiden Herausgeber Helga Hackenberg und Stefan Empter jetzt eine tolle deutschsprachige Publikation zum Thema „Social Business“ veröffentlicht. Zentrales Anliegen der Beiträge ist es, die Kernidee von „Social Entrepreneurship“ und „Social Business“ mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen, Potentialen und Grenzen in die gesellschaftspolitische Debatte einzuordnen, konzeptionell zu schärfen und anhand ausgewählter Beispiele zu konkretisieren. Auf diese Weise wollen die beiden Herausgeber sowie ihre Autoren allen Lehrenden und Studierenden, Praktikern und Interessierten weiterführende Impulse geben.

Hamburg. Wer eine Studienarbeit zum Thema „Social Business“ schreiben will, droht bei der Literatursuche schnell zu verzweifeln. Noch gibt es wenig wissenschaftliche Literatur zu dem Thema. Und da wir alle wenig Zeit haben und die gleiche Arbeit nicht ständig wiederholt werden muss, hier für alle „Social Business“-Forscher die komplette Literaturliste aus meiner Doktorarbeit zum Thema „Poverty Reduction through Social Business? Lessons Learnt from Grameen Joint Ventures in Bangladesh“. (-:

20110826 Literaturverzeichnis Social Business Buch (Kerstin Humberg)

Baden-Baden. Sinn statt Gewinn – Führt „Social Business“ zu einer gerechten Welt? Ist Social Business die bessere Entwicklungshilfe? Gar die Wirtschaftsform der Zukunft? Das waren die zentralen Fragen, die der SWR-Moderator Gábor Paál Mitte April mit Peter Spiegel, dem Geschäftsführer des Berliner Genisis-Institutes, Prof. Helmut K. Anheier von der Hertie School of Governance und mir diskutiert hat. Wer das SWR2-Forum am 20.04.2011 verpasst hat, kann sich die Diskussion hier herunterladen. Am 14. Mai wird es dann von 20 bis 22 Uhr im SWR 1 (Sendung „Weitwinkel“) eine Fortsetzung der Diskussion zum Thema Armutsbekämpfung in Bangladesch geben.

Hamburg. Erst die Selbstmordwelle armer Mikrokreditnehmer in Indien (Zeit Online: Selbstmord einer großen Idee), dann ein Film über den angeblichen Mißbrauch von Entwicklungshilfe aus Norwegen. Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus steht am Pranger. Zu unrecht, wie ich finde. Wer schon mal bei der Grameen Bank in Bangladesch war weiß, dass das Yunus’sche Modell wenig mit den Praktiken indischer Geldverleiher zu tun hat. Die einzige Gemeinsamkeit ist oft die, dass es um die Vergabe kleiner Geldmengen an arme Leute geht. Doch während das erklärte Ziel der Grameen Bank die Armutsbekämpfung ist (weshalb auch das gemeinsame Sparen und Coaching von Mikrokreditnehmern Teil des Programms ist), geht es „for profit“-Anbietern wie SKS Microfinance in Indien darum Geld aus dem Geschäft mit den Armen zu schlagen (Manager Magazin: Mikrokreditfinanzierer geht an die Börse).

Zu den jüngsten Auswüchsen in Indien haben sich in der vergangenen Woche Korruptionsvorwürfe gesellt (BBC News: Grameen Founder Muhammad Yunus in Bangladesh Aid Probe). Ein TV-Journalist aus Norwegen bezichtigt Yunus Entwicklungshilfe mißbraucht zu haben. Inzwischen sind diese Vorwürfe laut BBC News (Grameen: Norway Gives All-Clear to Bangladesh Bank) aus dem Weg geräumt worden. Unterdessen monieren Tom Heinemann’s Interviewpartner bereits die einseitige Darstellung ihrer Aussagen in der Mikrokredit-Dokumentation (David Roodman’s Microfinance Open Book Blog). Einen guten (weil neutralen) Hintergrundbericht dazu hat jetzt Haznain Kazim geliefert (Spiegel Online: Volksheld in Bedrängnis). Kazim legt eine Objektivität an den Tag, die vielen Journalisten (die Yunus sonst zum Helden hochstilisieren) in diesen Tagen meines Erachtens leider fehlt. (kmh)

Berlin. Mit seinen Mikrokrediten für Arme hat der Wirtschaftsprofessor Muhammad Yunus das Bankgeschäft revolutioniert. 2006 wurde er dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seitdem macht der Banker aus Bangladesch Geschäfte mit multinationalen Unternehmen wie Danone, Veolia oder BASF und nennt es „Social Business“. Was genau verbirgt sich hinter diesem neuen Unternehmenstypus und Yunus’ Vision Armut ins Museum der menschlichen Geschichte zu verbannen? Wann sind Unternehmen eigentlich sozial – und welche Rolle spielen „Social Entrepreneurs“ in der Bewältigung globaler Herausforderungen?

Mit diesen Fragen werden sich Ende Oktober (28.-31.10.2010) rund 30 Stipendiaten und Alumni des Cusanuswerks bei einer wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Tagung in Berlin auseinandersetzen. Ziel der dreitägigen Veranstaltung ist die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von Unternehmen und „Social Entrepreneurs“ in der Gesellschaft. Der Fokus soll dabei auf den Chancen, Risiken und Grenzen des „Social Business“-Ansatzes liegen. Ausgehend von der theoretisch-konzeptionellen Auseinandersetzung mit diesem neuen Phänomen wollen sich die Stipendiaten intensiv mit Praxisbeispielen aus Deutschland (z.B. teach first, Dialog im Dunkeln) sowie verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern befassen (z.B. Grameen Danone Foods Ltd. und Grameen Veolia Water Ltd. in Bangladesch, Allianz Micro Insurance in Indien).

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) soll darüber hinaus untersucht werden, wie sich die Katholische Soziallehre zu Phänomen „Social Business“ verhält. Wie denkt der Papst über „Social Business“? Und bräuchte ein Land wie Deutschland diesen Unternehmenstyp überhaupt, wenn die Idee der sozialen Marktwirtschaft in vollem Umfang gelebt würde?

Dhaka / Hamburg. "Social Business" kann Armut reduzieren. Das hat unsere fünfmonatige Feldforschung in Bangladesch gezeigt. Mit dabei im Forschungsteam: Die Anthropologin Tajmary Akter und der Mathematiker Sk. Tanzer Ahmed Siddique aus Bangladesch. Wer mehr über meine Doktorarbeit in Wirtschaftsgeographie zum Thema "Poverty Reduction through Social Business – Lessons Learnt from Bangladesh" erfahren will, kann mal einen Blick auf die folgende Website werfen… "ClearlySo Germany" (Interview geposted am 14. Mai 2010). Ohnehin eine tolle Adresse für jeden, der sich für "Social Business" interessiert!

Hamburg. Für Tobias Lorenz ist Glovico.org "die innovative Antwort auf Massenarmut in Entwicklungsländern und den mangelnden Dialog zwischen den Kulturen". Tatsächlich kombiniert das von Lorenz neu gegründete "Social Business" Glovico zwei Ziele: Während der 28jährige Doktorand auf Basis technischer Möglichkeiten (Live-Videokonferenz) neue Einkommensmöglichkeiten in Entwicklungsländern schaffen und dabei gleichzeitig den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen befördern möchte, soll sein Unternehmen gleichzeitig profitabel sein.

"Der Business‐Aspekt liegt im Angebot von Individual-Sprachkursen mit ausgebildeten Sprachlehrern aus Entwicklungsländern als Antwort auf die steigende Nachfrage nach günstigen und flexiblen Sprachlernangeboten", so Lorenz. Reich werden, will er mit seinem "Social Business" nicht. Aber Spaß soll die unternehmerische Tätigkeit ihm machen. Und wenn sie dann noch sozialen Mehrwert mit sich bringt, ist die persönliche Zufriedenheit garantiert.  

Mehr über "Glovico" finden Sie hier…

Leuven. Investieren statt spenden? Klingt gut. Aber was bringt die Investition in Mikrokreditfonds - und wie lässt sich eine soziale Rendite messen? Ein Jahr lang hat sich Lisa de Bode von der Katholischen Universität Leuven mit diesen Fragen auseinander gesetzt. Ihre spannenden Erkenntnisse hat Lisa jetzt leicht verdaulich im Paper "From Grants to Loans – How Social Credit Scoring Models Could Prevent us From Playing God" zusammen gefasst.

Lisa de Bode 2010 – From Grants to Loans

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