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Schlagwort-Archive: Ein-Euro-Schuh

Herzogenaurach. "Bald muss niemand mehr barfuß laufen", hat der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch beim diesjährigen Vision Summit in Berlin verkündet. Zu verdanken sei dies einer Schuhfabrik aus Franken. Adidas bringe im kommenden Jahr "Turnschuhe für weniger als einen Euro heraus". Für gewöhnlich kosten schon die Schnürsenkel mehr.

Damit ist Adidas neben BASF und Otto das dritte deutsche Unternehmen, das auf "Social Business"-Aktivitäten in Kooperation mit Yunus setzt. Gutes tun und damit neue Märkte erschließen? Warum nicht. Auch wenn ein ähnlicher Versuch vor einigen Jahren gescheitert ist (Nike’s "World Shoe" Projekt), ist die soziale Mission grundsätzlich einleuchtend: Das Schuhwerk soll die Nutzer vor weit verbreiteten Wurminfektionen schützen. Bislang bahnen sich die Würmer ihren Weg durch die bloßen Fußsohlen.

Spannend bleibt allerdings die Frage, ob die Schuhe drei Streifen tragen werden oder nicht. Für Yunus ist die Sache eindeutug: Auf jeden Fall. Die Streifen sind das Symbol der Marke Adidas – und sollen auch für die Käufer in Bangladesch ein Qualitätssiegel sein. Laut Yunus soll der Ein-Euro-Schuh nicht nur über ein Jahr Garantie verfügen, sondern auch recyclingfähig sein.

Adidas hingegen zeigt sich deutlich weniger enthusiastisch. Ob der Schuh tatsächlich nur einen Euro kosten oder etwas teurer sein werde, stehe noch nicht fest, so der Sprecher der Adidas Group, Jan Runau, gegenüber der dpa. Unklar sei auch noch, ob der Schuh tatsächlich die drei Streifen der Marke Adidas tragen oder aber unter einer anderen Marke angeboten werde. Denkbar sei auch, dass man bei dem Projekt auf eine Marke ganz verzichte. Dies alles werde derzeit noch geprüft. "Wir stehen noch ganz am Anfang", so der Firmensprecher.

Quelle: Yunus’ Vortrag beim Vision Summit in Berlin; Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.11.2009, Nr. 46; Handelsblatt, 15.11.2009

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